Das Schwarze Auge - Die Burg des Schreckens
Vor langer, langer Zeit, also über drei Jahrzehnten, als Das Schwarzer Auge noch von Schmidt Spiele vertrieben wurde, gab es auch eine Reihe von Brettspielen, die unter dem Label „Das Schwarze Auge“ verkauft wurden.
Ich hatte 1995 gerade mit Rollenspielen begonnen, unter anderem auch mit DSA. Bei einer Einkaufstour in Wiesbaden ging sehr viel Taschengeld für die Box „Götter, Magier und Geweihte“ und besagtes Brettspiel „Das Schwarze Auge – Die Burg des Schreckens“ drauf.
Das Spiel ist sehr simpel. Vier Helden arbeiten sich durch hintereinander liegende Räume. Dabei erschlagen sie Orks, Oger, Skelette und Mumien. Die Monster hinterlassen magische Gegenstände, in Schatztruhen liegen goldene Waffen., die drei statt zwei Angriffswürfel nutzen. Am Ende treten die Helden in einer wunderschön gestalteten Arena gegen den bösen Nemesis an. Es braucht viel Würfelglück, um Nemesis zu besiegen.
Im Gegensatz zu Hero Quest ist der Spielablauf immer gleich. Es gibt keine unterschiedlichen Missionen, keine Variationen im Aufbau. Das mag vielleicht auch der Grund sein, weshalb ich das Spiel gestern zum ersten Mal seit 30 Jahren wieder gespielt habe. Es ist schön gestaltet mit stimmungsvollen Illustrationen auf den Wandelementen. Der Stufentempel/Altar/Thron, der am Ende des Spiels wartet, gibt ein eindrucksvolles Geländestück ab. Aber abgesehen von diesem Style bietet das Spiel nur wenig Substanz. Und offensichtlich auch nur wenig Wiederspielwert.
In der Folge wurden noch „Dorf des Grauens“ und „Tal des Drachens“ veröffentlicht. Diese beiden Stand alone Fortsetzungen ließen sich mit „Burg des Schreckens“ zu einem gemeinsamen Spiel kombinieren. Das habe ich bis heute noch nicht versucht.
Schon damals wunderte ich mich darüber, wie wenig diese Spiele abgesehen vom Namen mit DSA zu tun hatten. Aber es dauerte fast 30 Jahre, bis ich Gewissheit hatte. Ursprünglich hieß das erste Spiel „Dark World“. Der eher dürftige Artikel auf
boardgamegeek.com deutet an, dass dieses Spiel im Fahrwasser des Erfolgs von Hero Quest produziert wurde. Auch in der
Wiki Aventurica
wird Hadmar von Wieser ähnlich zitiert. Ob nun ein bereits existierendes Spiel umetikettiert wurde, oder es sich hier um eine Neuentwicklung handelt, habe ich nicht ganz rauslesen können. Schmidt Spiele wollte aber wohl unbedingt ein eigenes „Hero Quest“. Und das Management hatte scheinbar keine rechte Idee, was „Das Schwarze Auge“ wirklich ist. Aber es verkaufte sich gut und so konnte man den Namen auch auf andere Produkte kleben.
Und am Ende ist es genau das: unbedingt gewollt aber in meinen Augen nicht richtig gekonnt.
Autor: Tobias-V. Decker Fotos: Tobias-V. Decker



